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Neue Wohn­quartiere - ein nachhaltiger Beitrag zur Lösung der an­ge­spannten Wohnungs­markt­situation?

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in
  • Kooperation Wohnen und Stadt
  • Wohnungspolitisches Kolloquium (WoPoKo)
WoPoKo_2019_Gruppenfoto © Uwe Grützner​/​TU Dortmund
ReferentInnen und OrganisatorInnen des 12. Wohnungspolitischen Kolloquiums 2019. Von links: Lisa Faulenbach (IRPUD), Stadtbaudirektor Karl-Josef Jansen (Ostfildern), Dr. Heike Opitz (Behörde für Stadt­entwicklung Hamburg), Prof. Dr. Robin Ganser (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen), Melanie Kloth (NRW.BANK), Anno Kluß (Wunschnachbarn, Köln), Dr. Anja Szypulski (SOZ), Dipl.-Ing. Henrik Freudenau (StadtRaumKonzept GmbH), Dr. Thorsten Heitkamp (NRW.BANK).

Im Rahmen der Kooperation mit der NRW.BANK fand am 26. Juni 2019 das 12. Wohnungs­politische Kolloquium an der TU Dortmund statt.

Das 12. Wohnungs­politische Kolloquium lud am 26. Juni 2019 zur Bestands­aufnahme und kritischen Diskussion rund um das Thema „Neue Wohn­quartiere – ein nachhaltiger Beitrag zur Lösung der an­ge­spannten Wohnungs­markt­situation?“ in den Rudolf Chaudoire-Pavillon an der TU Dortmund ein. Damit wurde eine langjährige Tradition der Zusammenarbeit zwischen dem IRPUD, dem Fachgebiet Stadt- und Regional­soziologie und der NRW.BANK erfolgreich fortgesetzt. Mehr als 100 Personen aus Wissenschaft, Im­mobilienwirtschaft, Verwaltung und Politik sowie diverser an­de­rer In­stitutionen folgten der Einladung. Auch viele Studierende interessierten sich für das Thema und nahmen aktiv am Kolloquium teil.  

Die vielerorts ausgerufenen „Wohnungsbauoffensiven“ rücken die Planung und Umsetzung neuer Wohn­quartiere stärker als in den Jahren zuvor in den Vordergrund. Ihre Funktion ist in der Regel die Ent­lastung eines lokal an­ge­spannten Wohnungsmarktes, strukturell unterscheiden sie sich jedoch in Größe, Vielfalt und Zielgruppen. Auch der Entstehungs- und Beteiligungsprozess kann über die pla­nungsrechtlich festgelegten Methoden und Verfahren sehr unterschiedlich sein, z. B. rein investo­rengesteuert oder eher kleinteilig und partizipativ über Baugruppen.

Vor diesem komplexen wohnungs- und stadtentwick­lungs­politischen Hintergrund setzte sich das Kolloquium erfolgreich das Ziel, aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven einen umfassenden Überblick über die neuen Wohn­quartiere der letzten Jahre zu vermitteln. Nach einer wissenschaftlichen Einführung in das Thema wurde in einem Bericht über eine aktuell laufende Erhebung zur Qualität und den Merkmalen neuer Wohn­quartiere in Deutschland deutlich, dass diese in Nordrhein-Westfalen oftmals andere Merkmale aufweisen als in den anderen Bundesländern. Ein Beispiel: In der Zeit seit dem Jahr 2010 werden in den in Nordrhein-Westfalen gelegenen neuen, großen Wohnquartieren zu 60% Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet, während dies in den anderen Bundesländern im Schnitt nur zu 28% der Fall ist.

Praxisbeispiele aus Hamburg und Köln zeigten zudem eindrucksvoll die Potentiale von Bau­gemeinschaften in der bewohnerorientierten Wohnraum­versorgung. Der Stadtstaat Hamburg sieht z. B. vor, in der Quartiers­entwicklung bis zu 20% der Flächen für Bau­gemeinschaften vorzuhalten. Dies gelingt nur mit einem sehr professionellen und institutionalisierten Beratungsangebot, wie es in Hamburg z. B. über die städtische Agentur für Bau­gemeinschaften und eine eigene Wohnraumförderung für Bau­gemeinschaften angeboten wird. Aber Geld und Beratung allein schaffen noch keine funktionierenden Nachbarschaften. Wie diese langsam entwickelt und gestärkt werden können, zeigte der eindrucksvolle Vortrag eines „Wunschnachbarn“ – so nennt sich eine Baugruppe auf dem Clouth-Gelände in Köln.

Auf dem Kolloquium wurden jedoch nicht nur neue Quartiere vorgestellt. Der „Scharnhauser Park“ in Ostfildern bei Stuttgart ist auch nach 25 Jahren ein hervorragend funktionierendes Quartier, das gesellschaftliche Änderungsprozesse gut bewältigt hat. Als wesentliche Elemente hierfür wurden u. a. die Partizipation der BewohnerInnen, Dichte und Vielfalt der Wohntypologien im Zusammenspiel mit einer gelungenen sozialen Mischung im Quartier und Gebäude, zeitgemäße ökologische Standards und Angebote sowie eine fortlaufende Qualitätssicherung, z. B. über Rahmenpläne, iterative Planverfahren und Realisierungswettbewerbe, identifiziert.

Die fünf fachlich anregenden Beiträge sorgten für lebhafte Diskussionen und spannten einen weiten Bogen von der Wissenschaft und Forschung über die Wohnungspolitik und ‑wirtschaft bis hin zur zivilgesellschaftlichen Praxis. Sie erfüllten sehr anschaulich das gesetzte Ziel eines facettenreichen Einblicks in den aktuellen Stand der Quartiersentwicklungen und gaben zukünftigen Vorhaben konkrete Hinweise, die zu einem auch im Sinne der BewohnerInnen nachhaltigen Wirken neuer Quartiere in der Stadt beitragen können.

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Der Campus der TU Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. Von der A45 kommend, kann über die Universitätsstraße auf die Stockumer Straße abgebogen wer­den. Diese ist wiederum mit der Baroper Straße verbunden, entlang welcher sich der Campus Süd erstreckt. Nimmt man die Ausfahrt der A-40 ist die Streckenführung über die Emil-Figge Straße, die Marie-Curie Allee hin zur Baroper Straße sinnvoll. Biegt man von der Baroper Straße in die August-Schmidt Straße ein hat man die Möglichkeit zu dem Parkplatz direkt hinter dem GB III zu gelangen.  

Der Campus Süd ist über die Stockumerstraße mit den Buslinie 440 und 449 angebunden, die im 10 Minuten Takt fahren. Von der Haltestelle Am Gardenkamp ist der Campus-Süd fußläufig zu erreichen, in der Nähe der Haltestelle Eichlinghofen befindet sich auch die H-Bahnstation Eichlinghofen H-Bahn. Die Buslinien haben an der Haltestelle Barop Parkhaus Anbindung an die Stadtbahnlinie U42, welche Anbindung an den Stadtteil Dort­mund-Hombruch und die Dort­mun­der Innenstadt ermöglicht. 

Von Dort­mund-Eichlinghofen ist der Campus Süd über die Station Eichlinghofen H-Bahn an das H-Bahn Netz angebunden. Die Linie 1 fährt hier alle 10 Minuten, der Campus Süd ist mit der Haltestelle Campüs Süd erschlossen. 
Eine Anbindung an den Campus Nord erfolgt ebenfalls über die H-Bahn. Die Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

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